Über meine von klein auf dagewesene Begeisterung für Bücher, gelangte ich zur Leidenschaft des Schreibens. Als angehende Jugendliche schrieb ich entflammt Tagebuch, malte mir meine Sehnsüchte und Träume fabulös aus und hielt dies wortgewandt, oft auch schwülstig und aufgeblasen fest. Später beschloss ich zunächst innerlich, mit dem Schreiben in der Zukunft Geld zu verdienen. Als ich mir dies offen eingestand, wählte ich den Weg eines Fernstudiums im Bereich Belletristik und verbesserte meine Fähigkeiten und schärfte meinen Blick für Textgefüge. Kurzgeschichten in Anthologien unterzubringen oder gar ein Exposé beziehungsweise ein Romanmanuskript erfolgreich zu verkaufen, ist nicht die einfachste Übung, die einen Autor erwartet.
Strategiewechsel
Als ich meinen heutigen Mann kennenlernte, bot er mir an, für eines seiner damaligen Online-News-Portale zu schreiben. Er wusste von meinem Hobby, der Lust am Schreiben und Texten, war schnell von meinen Fähigkeiten überzeugt und unsere Zusammenarbeit funktionierte gut. Sie florierte sogar so gehörig, dass wir uns verliebten. Ein gemeinsames Unternehmen ist eine der wunderbaren Früchte unserer Verbindung.
Auf diesem Wege gelangte ich zur Tätigkeit als Webtexterin und Online-Redakteurin, dauerhafte Kunden, die verschiedenste Arten von Texten aus meinem Wortgarten erwerben, festigten meine Arbeit als Autorin und Texterin. Andere Aufträge bringen Abwechslung in den Schreiballtag, bieten zu bewältigende Herausforderungen und nie aufkommenden Stillstand. Unterschiedliche, private Ergüsse runden meine zu befriedigende, schreibende Ader ab.
Out of order
Solange der Work-Flow vorhanden ist, das Schreiben leicht von der Hand geht, macht es durch und durch Spaß, den eigenen Traum in schwarzen Buchstaben auf weißem Untergrund verwirklicht sprießen und gedeihen zu sehen. Doch wehe, wenn die verwünschte Schreibblockade auftritt. Manche Schriftsteller gerieten und geraten bisweilen über längere Zeiträume in die Leere des Stillstands auf dem (virtuellen) Papier. Als Auftragnehmer, der Kunden nicht vertrösten kann und möchte, muss eine solche Blockade möglichst rasch überwunden werden.
Blockaden auflösen
Sofern „nur“ die Motivation lose in der Warteschleife hängt, kann ein Pausieren des Textens Sinn machen. Selbstredend ist dies nicht jedem gegeben, die Jahresbilanz soll schließlich kein Minus ausweisen. Umso wichtiger ist es, sich wenigstens für zehn Minuten abzulenken, am sinnvollsten fernab des Bildschirms. Ein kleiner Spaziergang, einfache Gymnastikübungen oder nur der Blick in die Ferne aus dem Fenster, können unglaubliches bewirken. Was und ob es hilft, muss jeder für sich selbst herausfinden. Dies gilt auch für die folgenden Anregungen.
Einfach schreiben
Viele Texter, Autoren und Schriftsteller schwören darauf, einfach irgendetwas zu schreiben, zur Abwechslung und für die Anregung des Gehirns auch handschriftlich. Eine ähnliche Methode entwickelte ich für mich selbst. Dazu verwende ich die Plattform Twitter, die pro Tweet (Textnachricht an seine Abonnenten/Follower) nur 140 Zeichen erlaubt. Auf diese gedrängte Weise versuche ich, Außergewöhnliches niederzuschreiben. Dies kann beispielsweise eine poetische Umschreibung des momentanen (Gefühls-)Zustands sein, eine Ultra-Short-Story oder ein Sinnspruch. Ob ich das ein oder andere auf Twitter veröffentliche, hängt vom Ergebnis und meiner Laune ab. Meistens finde ich im Anschluss einen zuvor verborgen gewesenen Weg, meine eigentliche Arbeit fortzuführen.
Elfchen
Ganz ähnlich funktioniert das Verfassen von Elfchen. Diese bestehen aus elf Wörtern und in der ursprünglichen Definition des Erfinders Jos van Hest müssen sie nach strengen Regeln abgefasst werden. Ich folge diesen Regeln nicht, sondern lasse meiner Kreativität freien Lauf. Diese Übung kennen manche aus ihrer Grundschulzeit oder von ihren schulpflichtigen Kindern. Mein Sohnemann verfasste folgendes Elfchen, Anlass war die Hochzeit von herrn eisy und mir:
Hochzeit
Im Sommer
Meine Eltern heiraten
Spaziergang im schönen Schlossgarten
Glücklich
© “LittleEisy” Eisenschmidt, 2009
Die einzige Regel, die beachtet werden sollte, ist die Wortaufteilung:
Zeile 1: ein Wort; Zeile 2: zwei Worte; Zeile 3: drei Worte; Zeile 4: vier Worte; Zeile fünf: ein Wort
Die Frage nach dem warum
Menschen, die einen Punkt des Nicht-Schreiben-Könnens erreicht haben, ergründeten die Ursachen dafür zur Auflösung gelegentlich schriftlich. Dies ist meines Erachtens nachahmenswert und hat zwei Vorteile: die intensive Auseinandersetzung mit seinem Innenleben und den äußeren Umständen und natürlich das Schreiben an sich. Um dies nicht zu sehr auszudehnen, wäre eine selbst gesetzte Beschränkung denkbar, beispielsweise nur 200 Wörter oder maximal zehn Sätze niederzuschreiben. Diese Beschränkung hilft, auf den Punkt zu kommen und übt die schriftstellerische Fähigkeit, bündig und klar zu formulieren.
Geteiltes Leid
Jeder, der regelmäßig schreibt, kennt Momente, in denen nichts voranzugehen scheint und Ödnis anstatt zierender Wortgebilde das Schriftdokument beherrscht. Hilfreich ist für viele, sich Gleichgesinnte zu suchen. Das Internet bietet einige Plattformen, Communities und Foren für Autoren, Texter und Schriftsteller und die, die es werden möchten. Schreibgruppen, Workshops und Stammtische, die regelmäßig im Real Life besucht werden können, bringen neue Impulse in den Texter-Alltag. Auch konkrete Online-Verabredungen sind möglich, um Austausch zu pflegen, gemeinsam Übungen durchzuführen oder sich Methoden zum kreativen Schreiben vorzustellen.
Weitere Anregungen für Autoren, Texter und Schriftsteller finden sich in Sachbüchern, Autoren-Blogs, allgemein im Internet und in diversen Kursangeboten. Für mich ist wichtig, die eigenen Fähigkeiten stetig zu verbessern, neue Methoden auszuprobieren und ungewöhnliche, schriftstellerische Herausforderungen anzunehmen und zu meistern. Die Zahl verschiedener Textarten, experimenteller Schreibübungen und kreativer Arbeitsweisen bietet eine umfassende Auswahl, aus der sich jeder Schreibende etwas herauspicken kann.



Andreas schreibt:
In diesem Sinne: Volle Konzentration vorraus
Barbara schreibt:
Du sprichst (schreibst) mir aus der Seele! Das Thema beschäftigt mich auch gerade. Dass mir das Schreiben schwer fällt, kommt sehr selten vor. Auch wenn ich den ganzen Tag für Kunden getextet habe, macht mir das Tagebuchschreiben abends immer noch Spass. Manchmal kritzle ich sogar in der Mittags- oder Kaffeepause etwas Kurzes in mein Tagebuch. Am liebsten mit einer altmodischen Feder und schwarzer Tinte, das sieht so schön edel aus
Im Moment merke ich jedoch, dass das Schreiben im Berufsalltag eindeutig anstrengender geworden ist. Und zwar deshalb, weil der schlimmste Feind – der Dauerstress – zugeschlagen hat. Zwischendurch muss man einfach auch mal eine längere Pause machen. Hoffentlich kann ich mich bald entscheiden, wann und wo ich meinen nächsten Urlaub machen soll
Streamyourworld schreibt:
Ich wünsch nen guten weg ^^
Thema der Woche: Mehrere Weblogs betreiben - Woche, Blogger, Weblog, Thema, Weblogs, Zeit - Blogger Szene Magazin - Blogszene.com schreibt:
[...] sollte langsam stimmig werden und wenn es läuft, dann läuft es. Natürlich, mit dem Thema „Wenn der Flow Pause macht“, wird ein jeder Blogger regelmäßig [...]
„Ich halte nichts davon, mir meine Moralvorstellung und Meinungsbildung von einem Unternehmen diktieren zu lassen.“ – Bettina Eisenschmidt | Maclites schreibt:
[...] zu viel erwarten – aber auch nicht zu wenig. Sofern ich eine Antwort geben muss, empfehle ich Wenn der Flow Pause macht über Blockaden beim Schreiben, Klare Ansagen erleichtern das Zusammenleben über die [...]