Unqualifiziert
Google nennt mich Iron Betty Schmidt und hier ist mein Spielplatz. :-)

Neues von der Schulfront

Mensch und Welt

Das hört sich viel zu militärisch an für die positiven Eindrücke, die ich am Dienstag letzter Woche am ersten Informationsabend im Gymnasium sammeln durfte. Dieser fand für die Eltern der neuen Schüler statt, zu denen auch Sohnemann gehört. Die Kinder waren natürlich auch eingeladen. Nachdem Ende letzten Jahres bei uns noch ein Landesgymnasium zur Diskussion stand, bin ich heute mehr als froh, dass wir uns für dieses entschieden haben. Dies hat mehrere Gründe.

Schultafel

Blockunterricht

Das Gymnasium unterrichtet im Blockunterricht-System. Das bedeutet, dass die Schüler nur 3 Fächer täglich von je 90 Minuten haben, in den höheren Jahrgangsstufen wird es natürlich mehr Unterricht, der auf den Nachmittag ausgedehnt wird. Der Blockunterricht macht notwendig, dass A- und B-Wochen auf dem Unterrichtsplan stehen, eine Kleinigkeit wenn man bedenkt, dass die Kinder sich nur auf 3 Fächer vorbereiten brauchen und in 90 Minuten bestimmt mehr lernen können als in 45-Minuten-Häppchen. Ständige Raumwechsel fallen somit ebenfalls weg. Zwischen den Blöcken haben sie Pausen, 25 Minuten für Frühstück, 40 Minuten für das warme Schulessen und eine letzte Pause von 5 Minuten. Der dritte Block und damit der Unterricht ohne regulären Nachmittagsunterricht endet somit um 13:35 Uhr. Das finde ich sehr gut so.

Offene Ganztagsschule kostenfrei

Um 13:40 Uhr beginnen die kostenlosen Nachmittagsangebote. Das Gymnasium hat vor wenigen Jahren das Konzept der offenen Ganztagsschule eingeführt, was uns Eltern keinen Cent extra kostet. Die Kinder bekommen Hausaufgabenbetreuung und können verschiedene Angebote wahrnehmen. Theater, Chor, Kochkurs, Amateurfunk, Chemie für Anfänger, Musikinstrumente lernen und noch so einiges mehr. Eine feine Sache. Wer an einem Tag abgesehen von der Hausaufgabenbetreuung kein Angebot hat, kann dort Tischtennis spielen, in der Bibliothek lernen oder im Internet recherchieren, mit Mitschülern quatschen und was auch immer den Bengeln und Mädels einfallen wird.

Wasserversorgung für beanspruchte Gehirnzellen

Das Gymnasium besteht aus zwei Häusern, die gut 20 Gehminuten auseinanderliegen. Die Jahrgangsstufen 5 bis 9 befinden sich in dem Gebäude, das in der Nähe eines Parks steht. In diesem Haus sind Trinkbrunnen aufgestellt, wie man sie vor allem aus Amerika kennt. Dort können die Kinder kostenlos Wasser trinken und ihre Flaschen auffüllen. Im anderen Haus mit den Jahrgangsstufen 10 bis 12 können Dreiviertelliterflaschen Mineralwasser für 20 Cent gekauft werden. Davon abgesehen finde ich die Trennung der Schüler ganz okay, so sind die Großen und die Jüngeren unter sich, bestimmt nicht die schlechteste Lösung, wenn man schon in zwei Gebäuden unterrichten muss.

Kennenlernfahrt für die neuen Klassen

Für die neuen Schüler wird zum Schuljahresanfang eine Kennenlernfahrt veranstaltet. Diese einwöchige Fahrt dient dazu, die Kinder der verschiedenen Grundschulen einander bekannt zu machen, die begleitenden Lehrer finden ebenfalls heraus, mit welchen Charakteren sie es künftig zu tun haben werden. Eine Woche, die die Eltern mit allem rund 100 Euro kostet, aber doch einige Barrieren zwischen den Kindern und Lehrern beseitigen oder kleiner machen wird, ich finde, das sollte sich jede weiterführende Schule zum Vorbild nehmen.

Beruhigende Tatsachen

Uns Eltern und den Kindern wurde am Informationsabend Beruhigung gespendet. Der Schulleiter und die acht bis zehn anwesenden Lehrer gaben zu, dass die Anforderungen im Vergleich zur Grundschule natürlich steigen werden. Angst müsse davor dennoch niemand haben. So wurde uns glaubwürdig zugetragen, dass in den Endjahreszeugnissen der aktuellen 5. Jahrgangsstufe keine Fünfen und keine Sechsen zu finden sind. Eine positive Bilanz, die Druck von den Schultern der Schüler nimmt. Unschuldig ist an diesem Notenspiegel sicher nicht das Blockunterrichtkonzept. Dazu kommen Fördermaßnahmen im Rahmen der Ganztagsangebote, die gemessen an den Bedürfnissen der Kinder ab dem Halbjahreszeugnis der 5. Klasse angeboten werden.

Fazit von Sohnemann

Denn auf seines kommt es an: „Ich freue mich aufs Gymnasium, das wird bestimmt eine tolle Zeit.“ Na dann, ich denke dass das durchaus zutreffen wird, wenngleich er trotzdem hier und da auf Lehrer, Lernumfang und Hausaufgaben schimpfen wird. Ich habe jedenfalls auch ein gutes Gefühl.

Übrigens
1. Ich schrieb durchgängig von Schülern, aber dennoch gehen auf die Schule Jungen und Mädchen. Man möge mir verzeihen.

2. Die lange Blogpause entstand durch notwendiges Prioritätensetzen. Wie dies künftig hier weitergehen wird, weiß ich selbst noch nicht genau. Aber es wird weitergehen. Versprochen!

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Mein Name ist Tina und ich freue mich auf dein Feedback! Seit 2007 bin ich glücklich ossimiliert und seit 2008 blogge ich auf unqualifziert.net losgelöst von Konventionen privat als Frau, Mutter und Hundebesitzerin. Als Frau Eisy führe ich mit meinem Mann ein feines Unternehmen und arbeite als Texterin und Autorin.


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11 Kommentare

  1. Ralle NL (3 comments) sagt:

    Oh oh..Schule….ein nicht ganz einfaches Thema, worauf man sich allerdings immer verlassen kann ist die 50/50 Chance…klapppt oder eben nicht.

    Im Grunde klingt das ja mal so ganz gut, ob es das wirklich ist, naja, das wird man im Laufe der Zeit erfahren, erstmal positiv an die Sache rangehen,das ist meist nicht das Verkehrteste. Wenn man dann in den kommenden Jahren die Kiddis beobachtet und alles bleibt locker und leicht, dann könnte das ein gutes Zeichen sein, oder das Zwergenteil ist ein/e perfekte/r Schauspieler/in ;-) ist aber her selten.
    Wichtig ist eben nur auf Veränderungen im Wesen zu achten,von der Pubertät mal abgesehen. Normale offene Gespräche am Abendbrotstisch, oder so ähnlich, stärken den familiären Zusammenhalt und helfen in Problemfällen über einiges hinweg.

    Zur Schule selbst, bleibt eben meist abzuwarten ob die Versprechen der Lehrer eingehalten werden, oder sich nach einiger Zeit in Luft auflösen, hier sofort einschreiten damit garkeine Ungereimheiten aufkeimen können, Standpunkte eindeutig aber sachlich klar machen.

    Wenn es dem Sohnemann weiterhin Spaß macht, ja dann hat mal wohl einen Treffer gelandet, der wohl eher selten ist.

    Es lebe das Wissen, wofür keine Ahnung, aber wer früher mehr weiß, der kann später mehr vergessen…ohne gleich dumm zu wirken…;-)

    Grüße Ralle, der mal viel Erfolg wünscht !

    • Tina (456 comments) sagt:

      Hallo Ralle,

      du weißt vielleicht, dass ich deine Kommentare sehr schätze. Ich unterstelle dir einfach ein ziemliches Maß an Lebenserfahrung. Irgendwie mag ich dich, obwohl wir uns ja selbst an Internetbekanntschaften gemessen kaum kennen. :)

      Daher verstehe ich sehr gut, was du mit deinem Kommentar sagen willst. Also im regen Gesprächskontakt sind wir auf alle Fälle mit Sohnemann, das ist uns sehr wichtig. Von daher würde ich wahrscheinlich schon merken, wenn was nicht stimmt.

      Was die Schule anbelangt habe ich ja auch Meinungen von anderen Eltern, deren Kinder dort bereits zur Schule gehen. Die Aussagen sind recht positiv, klar, irgendwas gefällt einem immer nicht. Doch im Kern gibts bisher nichts Schlechtes. Wenn mir was nicht gefallen wird, werde ich mich mit dem entsprechenden Lehrer oder der Schulleitung schon auseinandersetzen, wenn Sohnemann da nicht selbst was bewegen kann. Schließlich sollte man den Kindern die Chance geben, in eigener Regie was zu tun – sofern das geht und keine zu große Aufgabe ist. Den Rest übernehmen dann wir.

      Vorerst bin ich froh, dass Sohnemann und wir ein gutes Gefühl habe. Wenn es von Anfang an bereits schei*e wäre, wäre wohl eine andere Schule die bessere Wahl gewesen. Doch bisher siehts ja gut aus. :)

      Und wie war das noch: Wissen ist macht. Nichts wissen macht auch nix. *g*

      Liebe Grüße und danke!

  2. Susi (105 comments) sagt:

    Das klingt richtig gut und ich könnte mir schon vorstellen, dass dieses Konzept funktioniert. Das Angebot der Hausaufgabenbetreuung und Wahlkursen für den Nachmittag halte ich für sinnvoll und hilfreich.

    Ich muss zugeben, dass ich mir so eine Schule schon zu meiner Schulzeit gewünscht hätte. ;)

    Das Wichtigste ist aber, das euer Sohn sich wohl fühlt und gerne zur Schule geht :)

    Liebe Grüße Susi

    • Tina (456 comments) sagt:

      Hallo Susi,

      bisher geht Sohnemann ja gerne zur Schule und auf den neuen Abschnitt freut er sich schon seit dem Tag der offenen Tür. :) Mal sehen, wie sich seine Einstellung zur Schule mit den nächsten Jahren und Hormonschüben weiterentwickelt. :D

      Um ehrlich zu sein, hätte ich mir ein solches Konzept für meine Schulzeit auch gewünscht. ;)

      Liebe Grüße

  3. Andreas (34 comments) sagt:

    Hört sich ja soweit alles recht positiv an aber mal abwarten ob der Sohnemann in 2-3 Jahren Schule immer noch so toll findet ;-)
    Ach ja, so eine Tafel wäre doch mal was für euer Büro, Oldschool Mindmaps :D

  4. Mella (18 comments) sagt:

    Wow, das hört sich ja super an. Schade dass nicht in jedem Bundesland solche Möglichkeiten gibt. Wenn ich da an das G8 in Bayern denke….
    Mir ist schon klar, warum unser Großer unbedingt in die Realschule wollte….

    Mella

    • Tina (456 comments) sagt:

      Hallo Mella,

      ja, ich bin bisher auch überzeugt vom Konzept dieses Gymnasiums. Hätte gerne auch eine solche Schulzeit gehabt. :)

      Zum Thema G8, hier im Osten kannte man es ja bereits, das Abitur nach 12 Schuljahren zu machen. Nach der Wende stellten jedoch die meisten neuen Bundesländer auf 13 Jahre um, bis eben das G8 (wieder) eingeführt wurde. Von daher konnten sich die Schulen hier wohl schneller wieder umstellen.

      Ich sehe es insgesamt so, dass es genug Bildungswege gibt, um auch nach der Realschule (Fach-)Abi zu machen, um zu studieren. Jeder kann seinen Weg finden und wenn es eine solide Ausbildung mit dem mittleren Bildungsabschluss ist. Abi ist kein Heilmittel und Schutz für das spätere Arbeitsleben.

      Liebe Grüße in meine alte Heimat Bayern!

  5. Mella (18 comments) sagt:

    Ach mittlerweile gibt es die FOS 13 mit dem ganz normalen Abschluss und in der Realschule, also in unserer gibt es dieses Jahr eine Talentklasse für gute Schüler. Dazu werde ich dann nochmal extra bloggen.

    Mella

    • Tina (456 comments) sagt:

      Das mit der Talentklasse hört sich interessant an. Immer mehr Schulen zeigen Initiative und suchen nach Lösungen für die Schüler. Finde ich gut.

  6. [...] Tina und ihr Sohnemann haben sich für ein Gymnasium entschieden, welches ein sehr interessantes Lernkonzept bietet. So etwas wird es hier in Bayern erst mal lange nicht geben, doch immerhin werden die ersten Neuerungen durchgeführt. [...]

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