Das Leben ist vergänglich, das mussten wir am Samstag den 23. Mai 2009 erneut erfahren. Vor allem war es die erste, tatsächliche Begegnung meines achtjährigen Sohnes mit dem Tod.

Unsere geliebte Zwerghamster-Dame Stina segnete das Zeitliche. Mir kam die Nacht reichlich ruhig vor was das Hamsterrad betraf. So schaute ich am Samstagvormittag nach, wie es Stina geht. Da lag sie denn tot auf einer der eingesetzten Käfigböden in ihrem Hamsterkäfig. Ein Trost ist es, dass sie für einen Zwerghamster sehr alt geworden war. Stina war nahezu drei Jahre alt. In den letzten Monaten ist sie zudem ruhiger geworden und es war absehbar, dass dieser Tag kommen würde.
Ich erinnere mich, dass ich anfangs gegen einen Hamster war, doch mein damaliger Nachbar hatte meinen Sohn regelrecht darauf angespitzt und bei einer Grillfeier ihm einen versprochen. Ich muss dazu sagen, dass ich meinem Nachbarn schon gesagt hatte, dass ich bereit wäre einen Hamster zu nehmen, wenn alles Stricke reißen. Denn Johnny hatte unvermutet Hamsternachwuchs bekommen. Hamster leben in der Regel lieber alleine, somit war es für ihn notwendig, welche abzugeben.
Nach dem Grillfest dauerte es rund eine Woche, dann stand Johnny in meiner Wohnung, bepackt mit einem Hamsterkäfig samt Ausstattung – und Zwerghamster! Mein Sohn war aus dem Häuschen und ich schloss den neuen Mitbewohner beziehungsweise die neue Mitbewohnerin schnell ins Herz. Stina hatte ein Hamster würdiges Leben, sie besaß ein großes, sicheres Hamsterrad und vor allem auch einen tollen Käfig mit viel Platz und Röhren und Hamsterhäuschen. Gute Ernährung mit viel Frischfutter, Eiweißversorgung durch mageren Frischkäse und Trockenfutter waren bestimmt auch ein Faktor, der ihr ein langes Leben bescherte.
An besagtem, schicksalhaftem Samstag sollte mein Sohn von einem mehrtägigen Ausflug heim kommen. Ich überlegte, was zu tun sei. Eine kleine Deko-Schachtel, ausgelegt mit Taschentüchern wurde ihr Sarg, in den ich sie legte. Anschließend wartete sie darin makaberer Weise in einem leeren Fach im Kühlschrank darauf, von meinem Sohn nochmals gesehen zu werden. Die Kühlung erschien mir sinnvoll, ich wollte nicht, dass sie zu riechen begonnen hätte. Der Kleine war denn doch anfangs sehr traurig, aber gutes Zureden, dass sie sehr alt geworden wäre und Erheiterung durch ein „Platin-Hamsterrad im Hamsterhimmel“ (was er nicht glaubte, aber ihn zum Lachen brachte) sorgten dafür, dass er es recht gut verdaute. Außerdem war es für ihn wichtig, sie nochmal zu sehen. Sie sah auch sehr friedlich aus und man hätte meinen können, sie schliefe nur. Der Abschied gestaltete sich auf diese Weise relativ positiv.
Nun nochmal in Erinnerung an die Zwerghamster-Dame, die uns auf den Hamster gebracht hat, ein paar Bilder der süßen Fellkugel. Ruhe in Frieden, Stina!



