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Privates Weblog von Bettina Eisenschmidt


Dieses Privat-Blog ist mein Spielplatz. Ich schreibe, worauf ich Lust habe. Oder was mich bewegt oder amüsiert.

Ansonsten genieße ich den Alltag und widme mich meinen Aufgaben als Unternehmerin, Autorin und Texterin. Unterstützt werde ich von meinem Mann herrn eisy und Sohnemann LittleEisy. Unsere Seniorin Bonny umgarnt mich seit 11 Jahren mit ihren Blicken und lockt mich zu langen Spaziergängen.

Wem das nicht genügt: Ich bin eine clevere Zockerin und Genießerin, die kess, lieb und charmant - unbeirrt mit einer gesunden Portion Verrücktheit und Selbstbewusstsein - zwischen verschiedenen "Lebenszonen" switcht und kompetent Aufgaben löst.

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» Liebeserklärung an Bonny

Mein schlechtes Gewissen plagt mich nun so lange, dass ich mein Vorhaben in die Tat umsetze und Bonny einen Blog-Beitrag widme. Hat es ja sogar unsere Zwerghamster-Dame, wenn auch posthum, auf den Blog geschafft, so ist diese Liebeserklärung an meinen Hund längst überfällig. Übrigens ist Bonny im Gegensatz zum Hamster quicklebendig und ein reinrassiger Bastard, und zwar ein Schäferhund-Mischling, aber wesentlich Genaueres zum Mix weiß ich weder, noch interessiert es mich.

Unsere Hündin Bonny genießt herbstliche Sonnenstrahlen.

Unsere Hündin Bonny genießt herbstliche Sonnenstrahlen.

Bonny ist mittlerweile stolze zehn Jahre alt. Sie kam an einem Sonntag im Juni 1999 auf die Welt und als sie ein Welpe von neun Wochen war, machte ich erstmals die Bekanntschaft mit ihr. Bereit war ich eigentlich nicht für einen Hund, ich wollte aus praktischen Gründen keinen haben. Interessanterweise höre ich oft von Hundehaltern, dass sie „eigentlich“ gar keinen Hund besitzen wollten. Nun ja, so war es auch bei mir. Nein, ich lehnte Hunde nicht ab, ich konnte mir sogar sehr gut vorstellen, einen Hund zu besitzen, aber ich hatte einfach nicht die Zeit, mich adäquat zu kümmern. Jedoch wollte mein damaliger Freund unbedingt „einen Welpen holen“ und setzte sich damit trotz meiner Einwände durch. Tja, süß war sie ja, die kleine Bonny mit zwölf Wochen und ich half kräftig bei der Welpenerziehung und allem drum und dran mit. Sie lernte schnell, hörte bald mehr auf mich als auf ihr Herrchen und stand jeden Tag minutenlang an der Wohnungstür, bevor ich von der Arbeit nach Hause kam. Sie wusste genau, dass es ein Leckerchen gab und einen langen Spaziergang mit lehrreichen, spannenden und für sie spielerisch aufbereiteten Lektionen. Ein Welpe ist immer knuffig, aber für mich war Bonny die knuffigste von allen. Ihr weiches Fell, der kleine Pinsel an ihrem Schwanzende, die lustigen Ohren, die sich nacheinander aufstellten und die Schmusestunden mit ihr, wenn sie nach einem aufregenden Tag müde auf meinem Schoß voller Vertrauen zu mir einschlief – das waren und sind Geschenke, die man mit nichts auf der Welt aufwiegen kann.

bonny_kleines

Dies alles verhinderte dennoch nicht, dass die ohnehin nur kurz gewesene Beziehung zwischen mir und ihrem eigentlichen Halter in die Brüche ging. Und Bonny gehörte ihm, ich musste täglich arbeiten und es blieb mir nichts anderes übrig als sie zurückzulassen, so schwer es mir auch fiel. Ich distanzierte mich innerlich sowie räumlich und sah Bonny zwei lange Monate nicht, bis ich wieder in die Gegend kam und mir von Nachbarn und Bekannten unangenehme Tatsachen berichtet wurden. Mein Ex würde sich nicht vernünftig um Bonny kümmern, die damals sieben Monate alt war. Sehr selten würde man ihn mit ihr draußen sehen und Bonny würde sich dann seltsam verhalten. Kurzerhand stattete ich ihm und dem Wuffel einen Besuch ab und stellte leider genau das fest, was man mir zugetragen hatte. Ich setzte ihm nach einem wenig angenehmen Gespräch ein Ultimatum, dass er sofort für Bonny so sorgen müsse, wie es ein junger Hund benötigte, ansonsten würde ich sie ihm wegnehmen.

Langer Rede, kurzer Sinn – er suhlte sich lieber in seinem vermeintlichen Trennungsschmerz und vernachlässigte weiterhin Bonny, die deutliche Anzeichen von Gestörtheit resultierend aus Vernachlässigung zeigte, aggressiv war sie aber nicht, um das von vornherein klarzustellen. So hatte ich von einem Tag auf den anderen die alleinige Verantwortung für einen jungen Hund. Bamm! Klar überlegte ich, ob ich sie an jemanden zu vermitteln versuchen sollte oder ob ich sie gar ins Tierheim bringen müsse. Aber mein Herz sprach eine deutliche Sprache – ich konnte sie nicht weggeben, dafür war sie mir viel zu vertraut, zerbrechlich und süß. Zu ihrem und meinem Glück hatte mein Ex Bonny noch nicht zur Hundesteuer angemeldet, was ich schleunigst auf meinen Namen nachholte, nachdem fest stand, dass ich sie behalten würde.

Bonny bei ihrer Lieblingsbeschäftigung - schnuffeln.

Bonny bei ihrer Lieblingsbeschäftigung - schnuffeln.

Mit organisatorischem Geschick und der tatkräftigen Unterstützung von einem guten Freund, bekam ich Arbeit und Hund, der ja noch jung und formungsbedürftig war, unter einen Hut. Es brauchte Zeit, um ihr ein zweites Mal das beizubringen, was ich ihr schon einmal gelehrt hatte. Zudem war sie superängstlich, sie verbellte beispielsweise ein altes Kissen, das an einem Zaun hing und zog den Schwanz ein, als wir zur Adventszeit an einem Plastikweihnachtsmann in Kindergröße verbeigingen. Darüber hinaus hatte sie tierisch Schiss vor anderen gleich großen oder größeren Hunden. Mit Geduld und Konfrontation lernte sie nach und nach selbstbewusst zu sein und es wurde aus ihr ein toller Hund, der sich auch gegen andere Hunde im Spiel durchsetzen konnte und bei einer Begegnung neugierig wedelnd auf Artgenossen zuging. Hilfreich bei dieser Entwicklung war, dass wir täglich auf viele Hunde trafen, die sich auch ohne Leinen miteinander beschäftigen durften. Das ist nach meinem Erachten ein klarer Vorteil in der Stadt, sofern genügend Grün vorhanden ist, wo die Hunde frei spielen können. Vom Land kenne ich das anders, dort leben viele Wuffels in ihren Gärten oder gar im Zwinger und haben keinen Kontakt zu anderen Artgenossen, höchstens wild bellend am Gartenzaun, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls wurde aus Bonny ein toller Hund, mit dem wir viel Freude hatten und natürlich auch heute noch haben.

Als Bonny schließlich fast zwei Jahre alt war, kam mein Sohn auf die Welt und es war schön mit anzusehen, wie sie den Kleinen sofort nach meiner Heimkehr aus dem Krankenhaus akzeptierte und später stets auf den Kinderwagen aufpasste. Meinen Kleinen vor dem Bäcker im Wagen mit Bonny kurz stehenzulassen war also absolut kein Problem, sie verbellte jeden, der meinem Zwerg zu nahe kam, wenn ich nicht dabei war. Als der Nachwuchs größer wurde, ließ sich Bonny alles von meinem Sohnemann gefallen, die Kleinen können mitunter ja doch recht grob sein und müssen erst lernen, wie man richtig mit Tieren umgeht. Ich persönlich finde es großartig, wenn ein Kind mit Tieren aufwachsen darf. Als ich mit meinem damals zweijährigen Sohn und Bonny spazieren war, sprach mich eine rund achtzigjährige, rüstige Frau an. Sie lächelte freundlich und ihre Augen glänzten, als sie Bonny streichelte. „Wissen Sie“, sagte sie zu mir, „Kinder, die mit Hunden aufwachsen sind gesünder und sozialer als andere. Aus diesen Kindern werden gute Menschen.“ Ich fand die alte Dame und ihre Aussage sehr rührend und es steckt ein wahrer Kern in dieser Aussage. Zwar muss es nicht zwingend ein Hund sein, aber dadurch, dass ein Wuffel fast überall hin mitgenommen wird, hat diese Mensch-Tier-Beziehung eine andere Qualität.

Und wieder beim schnuffeln!

Und wieder beim schnuffeln!

Seit einem Jahrzehnt begleitet mich Bonny – oder ich sie. Zwischen mir und Bonny besteht eine ganz besondere Verbindung. Ich fühle mich auch heute noch ein wenig als ihre Retterin und ich bin froh, dass ich sie durch ihr Hundeleben begleiten und führen darf. Wir erlebten so manches zusammen, schafften einen 400-Kilometer-Umzug und fanden das beste Herrchen für sie und den besten Mann für mich und sie ist ein guter Kamerad für meinen achtjährigen Sohn geworden. In schweren Stunden war Bonny stets tröstlich an meiner Seite und leckte mit ihrer rauen, warmen Zunge über meine Hand, ihr Blick kann vereiste Dämme brechen und ihre Hingebung an meine Familie und mich ist grenzenlos. Wenn ich sie kraule und sie sich auf den Rücken dreht und die Augen schließt, weiß ich, dass meine, ihre, unsere kleine Welt in diesem Augenblick in Ordnung ist. Ein wenig merke ich ihr das Alter an, das sie auf dem Buckel hat, aber sie ist immer noch verspielt und flitzt durch die Büsche, an Bäumen vorbei, ihrem Stock hinterher. Mit jeder ihrer tierischen Geste zeigt sie mir, dass wir sie noch ein ganzes Stück unseres Lebenswegs bei uns haben dürfen und noch vieles zusammen erleben werden. Bonny, du bist einfach ein toller Freund auf vier Pfoten!

So schön kann ein Hundeleben sein!

So schön kann ein Hundeleben sein!

bonny_waldweg

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Autorin: Tina | 3 Kommentare
Datum: 14. Okt 2009
3 Kommentare
  • #1 Datum 14. Okt 2009
    eisy schreibt:

    Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwo her kenne ich diesen Hund. :-) … Deine Ausdauer beim Schreiben von Blogbeiträgen will ich auch mal haben. Viel zu lesen aber die Bilder lockern es auf. Liest sich fein – schöner Beitrag.

  • #2 Datum 14. Okt 2009
    Tina schreibt:

    Danke Herr Eisy :) Dieser Beitrag rann direkt aus der Seele in meine Finger und auf die Tastatur, somit war es nicht weiter schwierig auf diese Textlänge zu kommen :D

  • #3 Datum 23. Okt 2009
    Juhuu! Unqualifizierter 1. Blog-Geburtstag - Hochzeit, Bonny, Blog, Monaten, Dinge, Leser - Unqualifiziert schreibt:

    [...] Liebeserklärung an Bonny [...]

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