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Privates Weblog von Bettina Eisenschmidt


Dieses Privat-Blog ist mein Spielplatz. Ich schreibe, worauf ich Lust habe. Oder was mich bewegt oder amüsiert.

Ansonsten genieße ich den Alltag und widme mich meinen Aufgaben als Unternehmerin, Autorin und Texterin. Unterstützt werde ich von meinem Mann herrn eisy und Sohnemann LittleEisy. Unsere Seniorin Bonny umgarnt mich seit 11 Jahren mit ihren Blicken und lockt mich zu langen Spaziergängen.

Wem das nicht genügt: Ich bin eine clevere Zockerin und Genießerin, die kess, lieb und charmant - unbeirrt mit einer gesunden Portion Verrücktheit und Selbstbewusstsein - zwischen verschiedenen "Lebenszonen" switcht und kompetent Aufgaben löst.

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» Leben oder Tod?

Gestern erfuhr ich abends von meiner Mutter, dass sich mein Onkel aufgehängt hat. Das ist kein Witz, das ist die Wahrheit. Es war der Bruder meines Vaters, daher ist meine Mam nicht direkt betroffen. Von mir selbst kann ich nicht behaupten, dass es mich arg mitnimmt, schließlich ist der Kontakt seit Jahren abgerissen und ich erfuhr wichtige Eckdaten ausschließlich über meine Mutter. So wie gestern, auch wenn das für sein Leben ein finales Eckdatum war. Mein Mitgefühl gilt meiner Tante und ihren Kindern, die allerdings schon lange erwachsen sind. Ich selbst verlor meinen Vater durch ein Krebsleiden vor bald zwanzig Jahren und kann nachfühlen, wie es ihnen geht.

Dieses Schicksal lässt Gedanken in mir sprießen, was in jemandem vorgehen muss, der sich „den Strick nimmt“. Oder sein Leben durch eine andere Methode auslöscht. Ein solcher Selbstmordversuch ist schließlich im Erfolgsfall endgültig, besonders die Methode mit dem Seil ist vielversprechend, aber auch extrem grausam. Doch vielmehr interessiert mich, wie und warum man aus dem Blick verliert, was das Leben noch an guten und angenehmen Dingen für einen bereithalten kann. Oft wäre dazu vielleicht ein Neuanfang nötig. Wer weiß, vielleicht ist der Tod auch ein Neuanfang, keiner ist in der Lage, dies zu beantworten, viele glauben es jedoch, am Ende steht aber ein großer Berg aus Unsicherheit, der zögern lassen sollte.

Selbstverständlich möchte ich nicht bestreiten, dass es verschlungene Lebenswege geben kann, die aus einem gesunden Menschen ein psychisches Wrack machen. Jedoch glaube ich, dass fast jedem Menschen geholfen werden könnte. Das möchte ich betonen, bevor ich jetzt dreist behaupte, dass andererseits jeder Mensch sein Leben lebt und damit umgehen muss. Daher glaube ich, dass ein gewisses Maß an Berechtigung zu einem selbstbestimmten Tod vorhanden ist. Nein, ich möchte nicht dazu aufrufen, dass jeder Verzweifelte sich einfach so vom nächsten Hochhaus stürzen soll, aber unheilbar Kranke beispielsweise, die sich die letzten Monate Leidensweg in ihrem Leben ersparen möchten, kann ich mit ihrem Wunsch nach dem Freitod verstehen. Ein sehr sensibles Thema, dass ich hier nicht ausweiten möchte.

Ich hoffe sehr, sollte jemals ein verzweifelter Mensch diese Zeilen lesen, der mit dem Gedanken an Selbstmord spielt, dass dieser sich dringend Hilfe sucht. Es gibt Ärzte, Krankenhäuser und Seelsorger. Bei Telefonseelsorgestellen kann sich jeder anonym bundesweit kostenlos unter der Telefonnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 aussprechen. Für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Hilfe unter der Telefonnummer 0800-1110333. Im Netz findet man auf der Seite der Telefonseelsorge Hilfe, hier werden die genannten Telefonnummern ebenfalls angezeigt und aktuell gehalten, falls sie sich ändern sollten. Selbstverständlich kann dort auch jeder anrufen, der “nur” verzweifelt, aber nicht am Freitod interessiert ist.

Jeder, der an Suizid denkt, sollte Hilfe suchen und annehmen! Oft blickt man auf sein Leben und Schicksal nur aus einem Blickwinkel. Doch es gibt wie in der Fotografie viele Persepektiven, auch positive!

Abschließend spreche ich meinen Verwandten mein Beileid aus. Ruhe in Frieden, lieber Onkel.

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Autorin: Tina | 0 Kommentare
Datum: 24. Feb 2010
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