Unqualifiziert
Google nennt mich Iron Betty Schmidt und hier ist mein Spielplatz. :-)

Leben oder kollektiv jammern?

Mensch und Welt

Twitter macht Spaß. Punkt. Doch mir stoßen manche Twitteraner auf, ich kann mir (und ihnen) nicht helfen. Als Mythos stempelte ich sie ab, als eine Erfindung Hollywoods. Sie, die sich mit der Liebe (oder eher mit der nicht vorhandenen) hadern, an sich zweifeln, sich öffentlich Mut machen, nur um im nächsten (um Aufmerksamkeit heischenden) publik getwittertem Blog-Beitrag mehr oder minder in höchsten Tönen zu jammern, wenn auch versteckt, verborgen, so, als ob es niemand bemerken sollte. Und doch trieft es (bewusst?) aus jedem Satz, aus jedem Zeichen hervor, das Selbst-Mitleid. Warum nur, weshalb nur bin ich (mit Mitte, Ende zwanzig) noch immer Single? Gibt es die wahre Liebe? Weshalb erwidert ER nur meine Liebe nicht? Oder: Gibt es IHN, den perfekten Deckel (den Arsch auf Eimer) für mich ohnehin nicht? Bin ich zu neurotisch, zu exotisch? Zu mausgrau?

… Besser waren wohl Zeiten, als solche Gedanken in ein Büchlein eingetragen unter dem Kopfkissen versteckt blieben. Denn kaum outet sich ein (vermeintlich) ungeliebtes, beziehungs(un)fähiges Wesen, kriechen die Kommentatoren aus allen Ecken und bedauern, bemitleiden… (sich. Die anderen.) Auf dem Blog kommentiert, rotten sie sich auf Twitter zusammen und führen ihr Dasein fort, ihr kümmerliches, solohaftes. Doch was hilft´s? Ist dies die moderne Methode, ein Ersatz zur psychologischen Couch? Mit geteiltem (verdoppeltem) Leid-Effekt? Sind die (ebenfalls weinerlichen) Kommentatoren die Wirkstoffverstärker einer Impfung von selbstgemachtem Kummer, die sie ins Gegenteil verkehren?

So gerne ich dies alles toleriere, akzeptiere (ignoriere)… Mir schmeckt es nicht. Weshalb lebt man (frau) nicht sein Leben und lässt das Beste auf sich zukommen? Die angenehmen Seiten hervorhebend? Zu hart möchte ich nicht sein, jeder nach seiner Fasson, doch ich stelle diese Fragen. Tut es Not, sich im Schmerz zu suhlen, anstatt die Zeit mit neuen Abenteuern zu füllen? Sich dem Strom des Lebens (Liebens) zu stellen? Ein kurzes Verweilen, Verarbeiten, um nach vorne zu blicken, meines Erachtens nach erstrebenswerter als kollektives Bedauern.

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Mein Name ist Tina und ich freue mich auf dein Feedback! Seit 2007 bin ich glücklich ossimiliert und seit 2008 blogge ich auf unqualifziert.net losgelöst von Konventionen privat als Frau, Mutter und Hundebesitzerin. Als Frau Eisy führe ich mit meinem Mann ein feines Unternehmen und arbeite als Texterin und Autorin.


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