Unqualifiziert
Google nennt mich Iron Betty Schmidt und hier ist mein Spielplatz. :-)

Informationsflut managen – oder?

Philosophie, Webmaster Friday

webmasterfridayDer Webmaster Friday klopft an und ich nehme am dieswöchigen Thema über die Informationsflut teil, weil wir im Netz alle davon betroffen sind. Wir stehen im Strom der massenhaften Informationen – egal, wie interessant oder sinnentleert sie sein mögen. Die Herausforderung besteht im Filtern und Lenken dieser Inhalte. Oder fehlt uns einfach ein längerer Tag?

Leises Blätterrauschen und dröhnende Informationslawinen

Von reißenden Flutwellen aus Informationen umspült fühlte man sich früher sicher nicht. Vor wenigen Jahrzehnten schlug der Vater noch morgens bei Kaffee die frische Tageszeitung auf und seine Finger färbten sich von der Druckerschwärze. Tagsüber erreichten uns die wichtigen Ereignisse im Inland und des Weltgeschehens über das Radio, abends gab es um 20:00 Uhr die Tagesschau, um auf dem Laufenden zu bleiben. Mutti blätterte vielleicht noch in dem einen oder anderen Magazin, das von Promis und Sternchen, von Adel und Helden des Alltags erzählte.

Wie sieht es heute aus? Für die Masse der Menschen nicht viel anders als damals, vielleicht wird zusätzlich Google-News angeklickt und Themen von persönlichem Interesse gelesen, ein wenig im Netz rumgeguckt. Das wars.

Nicht so bei den Netz-Affinen. Die Digital Natives und Webworker sowie Blogger sind meist rund um die Uhr online – so auch ich. Twitter, Facebook und andere Netzwerke vermitteln Informationen, die eigentlich größtenteils unwichtig sind. Nein, nicht ganz. Denn auch das Gegenteil ist oft der Fall – ohne diese modernen Informationskanäle entgingen uns Skandale beispiellosen Ausmaßes und wichtige Neuigkeiten, die man hinter dem Rücken der Bürger, Kunden und User abzuziehen versucht.

News-Seiten, Blogs und Newsletter, aber auch RSS-Feeds, geschäftliche und private E-Mails, und was ich noch vergessen habe, komplettieren den vermeintlichen Überschuss an Infos. Mobil sind wir überdies durch Smartphones erreichbar, wir rufen von überall unsere Informationskanäle auf. Es scheint nur natürlich, dass nach einem Management dieser Datenmengen gerufen wird. Und das hängt unmittelbar mit Zeitmanagement zusammen.

Scannen und Filtern

Gehe ich von mir aus, bin ich recht einfach gestrickt. Um ehrlich zu sein, abonnierte ich von nur zwei Blogs RSS-Feeds. Ein Blog, weil er sehr selten Beiträge ausspuckt und tägliches Ansurfen daher keinen Sinn machen würde. Einer, weil er mich wirklich interessiert. Durch Twitter gelange ich auf viele Blogs, die ich gerne lese und bei denen ich regelmäßig aufschlage. Dadurch bestimme ich zumindest den Zeitpunkt. Denn – das ist eben eine Schwäche von mir – finde ich im Feed-Reader einen Beitrag, will ich ihn sofort lesen. Blöd, nicht wahr?

Google-News scanne ich einmal am Tag, die wirklich wichtigen Angelegenheiten gehen sowieso durch die Twittersphäre. Und Twitter? Das Gezwitscher wird abgestellt, wenn ich mich auf die Arbeit und meine Aufgaben konzentriere. So einfach ist das.

Auf Facebook bin ich nicht sonderlich „connected“, die Anzahl meiner „Freunde“ ist beschränkt und insofern lenkt mich das nicht wirklich ab. Meist bin ich dort ausgeloggt. Dann gibt es noch drei Foren, in denen ich angemeldet bin, an zwei nehme ich aktiv teil, das dritte verfolge ich sporadisch.

Offline-Infos beziehe ich aus TV-Nachrichten, wenn ich Zeit und Lust habe. Morgens läuft das Radio, lokale Neuigkeiten finden somit ebenfalls meine Aufmerksamkeit. (Jetzt verrate ich aber so einiges über meine Gewohnheiten. Wenn das mal nicht ausgespäht wird. ;) )

Überangebot an Informationen oder Zeitmangel?

Mir drängt sich die Frage auf, ob wir es mit zu vielen Kanälen und damit verbundenen Informationen zu tun haben – oder ob der Tag nur zu wenig Stunden für uns übrig hat. Eine klare Antwort muss jeder für sich selbst finden. Für mich ist es jedenfalls ein Aspekt meines persönlichen Zeitmanagements und keinesfalls ein Problem wegen der Inhalte, die auf mich einprasseln. Ich kann für mich ganz gut unterscheiden, was sich für mich zu lesen und zu wissen lohnt. Und wenn ich mich ausklinke, kann über das Internet eine Informationssintflut hereinbrechen – und ich bekomme es nicht mit. Bis ich Zeit dafür habe. So einfach lebe ich damit. Aber um ehrlich zu sein, auch ich wünsche mir manchmal, dass der Tag länger wäre. Wunschdenken wird ja wohl noch erlaubt sein.

Dies ist nur ein Gravatar

Mein Name ist Tina und ich freue mich auf dein Feedback! Seit 2007 bin ich glücklich ossimiliert und seit 2008 blogge ich auf unqualifziert.net losgelöst von Konventionen privat als Frau, Mutter und Hundebesitzerin. Als Frau Eisy führe ich mit meinem Mann ein feines Unternehmen und arbeite als Texterin und Autorin.


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8 Kommentare

  1. SEOnaut (1 comments) sagt:

    Nee, da geht noch was. Wir überholen die Evolution einfach. Immer her damit. Vielleicht gibt es bei Mediamarkt auch 100 % auf neue gehirne, wenn Deutschland Weltmeister wird

  2. Tina (453 comments) sagt:

    He he, guter Aspekt. Irgendwann sind wir Brains und leben als solche in Gläsern. Oder wir verschieben die Erdkugel in eine Position, die uns längere Tage beschert. Wäre doch auch eine nette Lösung.

  3. Andreas (34 comments) sagt:

    Das kommt mir alles so bekannt vor, noch jemand der sich als Scanner outet :D
    Smartphone bzw. Mobiles Internet gibt es bei mir aber nicht. Irgendwo reicht es dann auch mal. Da habe ich konsequent eine Grenze gezogen.

  4. Barbara (5 comments) sagt:

    Was Andreas schreibt, gilt auch für mich. Mir reicht es, täglich acht Stunden am Computer zu sitzen. Wenn ich unterwegs bin, will ich ganz bewusst keinen Zugriff zum Internet haben. Bei einigen meiner Freunde ist das anders, was sich oft recht nachteilig auf die zwischenmenschliche Kommunikation auswirkt. Manchmal ist es am besten, sich einfach nur auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Informationsflut kommt schnell genug wieder :)

  5. Tina (453 comments) sagt:

    Ich bin auch jemand, der (noch) kein Smartphone besitzt. Das wird sich zwar noch ändern, aber ich habe keineswegs vor, ständig meine E-Mails zu checken und auf Twitter oder sonst wo nachzusehen, was gerade passiert.

    @Barbara: Die leidende, zwischenmenschliche Kommunikation kenne ich. Eigentlich will man sich unterhalten, aber der andere “guckt mal nur ganz schnell” mit dem Smartphone, was er verpassen könnte. Aber na ja, wahren Freunden verzeiht man so einiges. :)

    @Andreas: “… der sich auch als Scanner outet.” Welche Geräusche machst du dabei? Ich mache “rrrrrrrrrrrrrrrrrrrr-t-t-t pffffffffffffffmmmmmmmm”. :D

  6. Andreas (34 comments) sagt:

    Keine. Leisetreter halt ;-)

  7. Dani (2 comments) sagt:

    Da der Tag auch für mich immer sehr kurz ist, teile ich mir meine Zeit immer gut ein.
    Bei der Arbeit lasse ich mich grundsätzlich nicht von News, Emails, Blogs, Foren usw. ablenken.
    Meine Kunden wollen immerhin Ihre Ware pünktlich und nicht mit X Tagen Zeitverzögerung.
    Smartphone benötige ich nicht. Die meiste Zeit des Tages sitze ich sowieso am Rechner.
    Am Spielplatz, im Freibad oder beim Einkaufen muss man ja nun wirklich nicht auch noch im Netz rumhängen.

  8. Jan (1 comments) sagt:

    Die Informationsflut kann wirklich leicht zum Problem werden und ablenken. Die einzige Lösung, die für mich funktioniert, ist alle Störquellen bei der Arbeit abstellen. Es hilft sich nur auf die nächsten Schritte zu konzentrieren, die für ein Ziel unbedingt notwendig sind.

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