28. Okt 08
Armeehubschrauber verhalf zu Sex – Ergebnis Babyboom
Eine Meldung in den News brachte mich zum Lachen – aber auch zum Nachdenken. In einem niederländischen Landkreis kam es vor kurzem zu einem Babyboom, der die Hebammen stark in Bedrängnis brachte. Die Kinder seien nur so auf die Welt gepurzelt, teilte eine niederländische Hebamme mit. Im September 2008 stieg im Landkreis Maasdriel kurzzeitig die Geburtenrate um 44 Prozent an – ein beachtliches Ergebnis. Im Dezember 2007 liegt der Ursprung des ganzen Kinderglücks. Damals, neun Monate zuvor, beschädigte ein Armeehubschrauber einen Elektrizitätsmast und somit war der Strom für ganze drei Tage weg. Durch fehlende Ablenkungsmöglichkeiten durch Medien und PC-Spiele besannen sich die niederländischen Bürger dieser Region auf das natürlichste der Welt – auf Zweisamkeit und Sex. Dies ist nicht der erste Fall eines Babybooms, der durch länger andauernde Stromausfälle ausgelöst wurde und zwei zu hinterfragende Gedanken drängen sich mir auf.
Erstens: Sind die Menschen wirklich so bequem geworden, dass jede erdenkliche Berieselung durch das Fernsehen mit größtenteils miserablem Programm, PC-Zockereien und Internet-Abenteuer wichtiger geworden sind, als die schönste Nebensache der Welt? Gerade das Internet gibt hier neue Rätsel auf, denn viele Webseiten – ob man es glauben mag oder nicht und es werden täglich mehr – sind voll mit erotischem Erwachsenen-Content und nicht etwa mit seriösem, wissenschaftlichem Wissen. Wollen die Leute lieber online Pornos schauen, als mit dem Partner selbst aktiv zu werden? Sind Endlos-TV-Dokus tatsächlich spannender, als die realen Berührungen von Mann und Frau – oder welcher geschlechtlichen Konstellation auch immer? Oder wie sollte man es sonst erklären, dass ein schlichter Stromausfall wieder einander näher kommen lässt, was sich näher kommen soll. Natürlich wird auch ohne Stromausfall gepoppt, das ist schon klar. Aber scheinbar deutlich weniger.
Zweitens: Wirkt sich der plötzliche Verlust von Strom negativ auf das Bewusstsein für Verhütung aus? Okay, im Dunklen lässt sich ein Kondom wohl schwerer finden als mit dezenter, elektrischer Beleuchtung. Eine Erklärung kann dies dennoch nicht sein, schließlich gibt es Kerzen und natürlich den taktilen Sinn sowie eventuell Mondschein, der den Griff zum Gummi ermöglichen sollte. Ebenfalls würde es mich wundern, wenn die Pille wegen fehlender Elektrizität seine Wirkung verlieren würde. Oder finden die Damen nicht den Pillen-Streifen? Gibt es kein Tageslicht? Der Stromausfall und die sexuellen „Entgleisungen“ beschränkten sich sicherlich nicht nur auf die Nacht. Diese Fragen muss ich mir stellen, denn mehr Sex ist nachvollziehbar, aber warum leidet die Verhütung darunter? Nicht das es mich stört, wenn mehr Babys als gewohnt zur Welt kommen, im Gegenteil. Vielleicht liege ich auch völlig daneben und es poppt sich nur, was eh schwanger werden will. Wer weiß.
Jedenfalls freue ich mich für die niederländischen Muttis und Vatis und ich drücke jedem die Daumen, der sich nun als Befruchtungs-Wundermittel einen Stromausfall wünscht. Man könnte ja Anträge bei der Bundeswehr stellen, damit deren Armee-Hubschrauber mal deutsche Strommasten demolieren… vielleicht klappt es ja.

Mein Name ist Tina und ich freue mich auf dein Feedback! Seit 2007 bin ich glücklich ossimiliert und seit 2008 blogge ich auf unqualifziert.net losgelöst von Konventionen privat als Frau, Mutter und Hundebesitzerin. Als Frau Eisy führe ich mit meinem Mann ein feines Unternehmen und arbeite als Texterin und Autorin.
Tags: Sex, Verrueckt